09. Oktober 2020 – Stressbewältigung »Der Blog aus dem Ring« Schlaflos

 

Wer den Blogbeitrag lieber hören möchte, klickt bitte hier:
Wie gelingt es uns, so zu leben, wie wir es eigentlich wollen? Ich selbst bin mehr als zwei Jahrzehnte schier daran verzweifelt, nicht genügend Schlaf zu finden. Wo habe ich nicht überall nach ihm gesucht? Im eigenen Bett, in Apotheken, Matratzengeschäften, Selbsthilfeforen und bei Ärzten.

Frage 100 Menschen, ob sie sich besser fokussieren, gesünder ernähren und produktiver arbeiten möchten. Mehr als 90 davon werden sagen: „Ja natürlich will ich das!“ Woran liegt es dann, dass diesen Vorsätzen keine entsprechenden Ergebnisse folgen? Oft glauben wir, der Knackpunkt sei unsere fehlende Willensstärke, eine schwierige Kindheit oder ein deformierter Charakter - also Gegebenheiten, die es uns nicht erlauben, die oben genannten Vorhaben mit entsprechender Disziplin zu realisieren. 

Neuland betreten

Damit sich ein neues Verhalten etablieren kann, seien es Bewegungs-, Ernährungs- oder Schlafgewohnheiten, braucht es weder tausend Wiederholungen noch unmenschliche Mengen an Motivation. Es erfordert nur drei Zutaten, die vor lauter Aktionismus leider meist fehlen.

1. Ein Auslöser, der unser neues Verhalten automatisch aktiviert. 

2. Kleine machbare Schritte, die auch an einem vollgestopften und chaotischen Tag noch gegangen werden können und 

3. die damit verbundenen Erfolgserlebnisse, die unseren Organismus auf gesunde Weise nach diesem Verhalten süchtig machen.

Die passende Stelle und Größe finden

Sobald ich eine zu mir passende Aktivität rund um mein Bedürfnis ‚genügend Schlaf finden‘ identifiziert und in meinen Tagesablauf integriert habe, fange ich unweigerlich an, Erfolgserlebnisse zu sammeln. Das tut sofort so gut, dass weder irgendjemand noch ich selbst mich an diese Tätigkeit erinnern muss. Die Aktivität selbst lässt sich in einem Text zwar schwer beschreiben und doch recht leicht in der Praxis zeigen (Das Video dazu finden Sie im Login-Bereich). Im Kern dreht es sich dabei darum, Entspannung und Wärme im Brustkorb als günstige Schlafvoraussetzung zu erzeugen. Alles was ich dazu brauche, ist ein Stück freier Boden und eine Faszienrolle.

1000 Wege führen nach Rom

Was auch immer Sie erreichen möchten - sei es, sich mehr zu bewegen, fokussierter zu sein, produktiver zu arbeiten - experimentieren Sie mit kleinstmöglichen Schritten und prüfen deren Alltagstauglichkeit und Wirkung. Sobald Sie merken, dass das Verhalten sich leicht integrieren lässt und Sie Ihrem Ziel ein winziges Stück näher bringt, halten Sie kurz inne und genießen still das Erfolgserlebnis. Auf diese Weise können Sie extreme Strecken zurücklegen. Viele praktische Beispiele und die wissenschaftlichen Hintergründe finden Sie in diesem Interview mit BJ Fogg

„Jede große Veränderung beginnt zunächst unscheinbar klein!“  

Mit Grüßen aus dem Ring des Alltags

 Peter Flühr

Bildnachweis Titelbild: © Peter Flühr

Kommentare

  • jürgen 12. Oktober. 2020, 8:07

    guten morgen Peter, wieder mal wahr geschrieben. Ich hab da so ne kleine Anekdote zu Auslöser: Vor über fünfzehn Jahren war ich, so wie fast alle damals, schön am rauchen - mal mehr, mal weniger und auch mit den üblichen 'ich-hör-jetzt-auf-unterbrechungen'. Dann kam eines Tages die Frage meiner 8-jährigen Tochter völlig unvermittelt und zusammenhanglos: "Papa, wieso rauchst du eigentlich?". Und ich hatte keine Antwort parat. Das war mein erster Tag ohne Glimmstengel. Und dann kam einer nach dem anderen dazu - wie bei den Anonymen: 'Jeder Tag ist ein neuer Tag.' So wie du schreibst - kleine Schritte. Und das Erfolgserlebnis?? Keines meiner Kinder fasst eine Zigarette an ..... zu kleinen Schritten gibt es auch eine wunderbare Geschichte von Beppo dem Straßenfeger!

  • Peter Flühr 12. Oktober. 2020, 8:12

    Danke - Jürgen. Da habe ich doch gleich nachgeschaut und die Geschichte hier eingefügt.
    Der alte Straßenkehrer Beppo verrät seiner Freundin Momo sein Geheimnis. Das ist so:

    „Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt.

    Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst zu tun und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen. Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du?

    Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.

    Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste. Das ist wichtig.“

    (Michael Ende)

* Die mit einem Stern * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an widerrufen.

Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Kommentar senden
Peter Flühr

Hallo,

ich bin Peter Flühr, seit mehr als 20 Jahren Coach und Trainer.

Viele Fach- und Führungskräfte erleben ihren beruflichen Alltag vor allem als Kampf.

In meinen Seminaren und Trainings zeige ich, wie man jeden Tag aufs Neue in diesem Ring besteht – mit einer Kombination aus mentalen Methoden und gezielter Bewegung.

In meinem Blog greife ich Themen auf, die viele aus ihrem Alltag kennen und gebe einfache Tipps, wie sie sich verbessern oder lösen lassen.

Viel Spaß beim Lesen!