10. Juli 2018 – Persönlichkeit »Der Blog aus dem Ring« Gesunde Mitte? Fehlanzeige!

 

Auch wenn sich Fitnessstudios architektonisch in den letzten 30 Jahren elementar verändert haben, so ist das Verhalten von mehr als 90 % der Männer in diesen Räumlichkeiten exakt das gleiche geblieben. Wie sich diese Stagnation auf die Trainierenden selbst auswirkt und welche effektiven Alternativen es glücklicherweise inzwischen gibt, darum geht es in diesem Blog. 

Popeye ist immer noch in den Köpfen der meisten Männer fest verankert.

Auf all den schicken, hellen und funktionellen Trainingsbereichen, auf denen man etwas für die persönliche Elastizität, Geländegängigkeit bzw. Agilität tun könnte, herrscht meist gähnende Leere.

Stattdessen werden an der Hantelbank genau zwei Muskeln knallhart trainiert, der Bizeps und Trizeps, also die Oberarme. Zwischen den ‚Sätzen‘ wird die Zeit genutzt, um auf dem Smartphone zu surfen. Was aus diesem einseitigen Training resultiert, das sind dicke Arme an einem starren Körper. Die aufgepumpten Extremitäten sind nach absolviertem Beugen und Strecken bestenfalls hübsch anzuschauen, allerdings für sehr wenig im Alltag zu gebrauchen.

Die Spektakel-Sportler hängen jetzt an Seilen

Die restlichen 10 % der Sportler lassen es auf den funktionellen-Fitness-Arealen auf andere Art und Weise ‚krachen‘. Sie steigern sich in intensive Explosivkraft- und Koordinationsübungen an TRX-Seilen, Stahlgerüsten und Freihanteln dermaßen rein, dass sich außenstehende Betrachter staunend in einer Zirkusvorstellung wähnen. 

(© Xi,Xin,Xing)

Die gesunde Mitte? Fehlanzeige!

Männer, die sich zwischen diesen beiden Extremen einem art- und altersgerechten Training widmen, sind sehr selten! Woran liegt das?

- zum einen an den fehlenden Vorbildern vor Ort, denn wenn sich immer wieder diese beiden abgeschotteten ‚Lager‘ der etablierten ‚Pumper‘ und ‚Akrobaten‘ bilden, dann wählen die Anfänger trotz ausgewogenem Trainingsplan, den sie von gut ausgebildeten Fachkräften erstellt bekommen, nach kurzer Zeit eine der beiden Varianten. Sie wollen ja auf der Trainingsfläche nicht alleine dastehen.

- und zum anderen an der fehlenden mentalen Präsenz. Geistig abgeschaltet macht ‚Mann‘ nach oder vor der Arbeit halt das, was die schon Anwesenden einem vorturnen. Meist mit Gesichtsausdrücken auf dem Ergometer und an der Hantel, die dem Begriff ‚Standby-Modus‘ recht nahe kommen.

Licht am Ende des Tunnels 

Doch seit einigen Jahren gewinnen attraktive Alternativen vor allem in Großstädten an Boden, die der fehlenden 'Mitte‘ einen Platz zum intelligenten und ausgewogenen Trainieren bieten. Es sind kleine Studios, in denen 3 – 8 Personen zielorientiert an der eigenen Elastizität, Robustheit und Geländegängigkeit unter professioneller Anleitung arbeiten können.

Die gekonnte Mischung macht's

Im besten Falle coacht ein Profi mit Humor und Sachverstand die Männer so, dass sie nach einigen Monaten verinnerlicht haben, wie man langfristig selbstständig dafür sorgt, balanciert und kraftvoll zu werden, zu sein und zu bleiben. Das ist nämlich definitiv kein Hexenwerk, sondern letztlich sehr einfach zu realisieren! Vorausgesetzt, man hat das Grundprinzip des Ganzkörpertrainings verstanden und es ist einem selbst in Fleisch und Blut übergegangen.

München, Mainz, Berlin, ...  

Persönlich empfehlen kann ich Ihnen den Center of Mass von Daniel Christl in München. Er stellt die vier wesentlichen Zutaten dafür sicher: Eine perfekte Geräteausstattung, die Berücksichtigung Ihrer Ziele, sein trockener Humor und Sachverstand.

So werden bald mehr balancierte Männer im Alltag zu finden sein.

Meine Bitte: Ich würde mich wirklich freuen, wenn Sie die Blog-Funktion nutzen und dort Ihre Tipps in Sachen ‚Kleine, intelligente Studios bzw. kompetente Bewegungsfachkräfte‘ mit mir und den anderen Lesern teilen! Denn dann wird aus der Randerscheinung ‚balancierte Männer‘ zügig ein konstruktives Massenphänomen ;-)! 

Mit Grüßen aus dem Ring des Alltags

Peter Flühr 

Bildnachweis Titelbild: © XiXinXing

Kommentare

  • Mattias 11. Juli. 2018, 8:40

    Moin,
    Die Betreiber des Injoy's in Lingen im Emsland haben sich (nach meinem amateur-Empfinden) ganz deutlich auf "die Mitte" fokussiert und große Trainingsflächen und Fachkräfte dafür zur Verfügung gestellt. Jede Änderung ist mühsam aber ich fühle mich so unterstützt, dass ich "am Ball bleibe".
    "Nebenbei" habe ich wieder angefangen Golf zu spielen, wo es als letztes auf Kraft ankommt aber Beweglichkeit und Balanciert-sein sehr wichtig sind. Auch eine interessante Erfahrung.

  • Peter Flühr 11. Juli. 2018, 9:44

    Servus Mattias,
    super, vielen Dank, dass Du Dich rührst und eine Empfehlung für Leser in Deiner Umgebung (Injoy's in Lingen) aussprichst! Ich wünsche Dir viele balancierte Schwünge beim Golfen und im Alltag.
    Grüße Peter

  • Markus Kirchberger 12. Juli. 2018, 9:53

    Hallo Peter,
    Du hast vollkommen recht. Genau deswegen bin in einer kleinen Pysiopraxis und trainiere dort regelmäßig an Milon Geräten.
    Alle Muskelgruppen... und war dadurch fit für meinen ersten Triathlon.
    Viele Grüße

  • Peter Flühr 13. Juli. 2018, 20:41

    Hallo Markus, vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht! Von den Milon-Kraftausdauer-Geräten bin ich persönlich nicht begeistert, da sie die Bewegungen strikt vorgeben und damit den freien Kraftfluss und die Ganzkörperkoordination nicht wirklich fördern. Als Basistraining für das Herzkreislaufsystem und Muskel-Grundlagentraining sind sie meines Erachtens ok, jedoch im Anschluss daran empfehle ich ein freies Training mit dem eigenen Körpergewicht und einigen wenigen Kleingeräten. Viele Grüße und viel Spaß beim Trainieren

    Peter

  • Marit 23. Juli. 2018, 12:42

    Hallo Peter,

    der Fokus liegt bei dem Blogbeitrag ja bei den Männern und trotzdem lasse ich dich gern an meinen spontanen Gedanken teilhaben.
    Ich musste direkt schmunzeln und dachte mir: Ha, das habe ich so oder so ähnlich den ganzen Tag zuhause. Es liest sich so, als ob ich durch meine Kinder so „nebenbei“ zu meiner Mitte gefunden habe. Im Alltag setzt man ja in der Regel nur sein Körpergewicht ein, wenn man den gefühlt 100sten Legostein vom Boden hochgehoben hat, während man dabei mit der anderen Hand den Reißverschluss der Kinderjacke schließen muss weiß man, dass dieses Gewicht ausreichend ist. Wahrscheinlich ist vielen Männern auch nicht klar, wie viele Stufen man an einem einzigen Tag steigen kann, nur um einen „normalen“ reibungslosen Tag zu bewerkstelligen. Abgesehen von den ganzen Spielen am Boden (Kartenspiele, Memory, Zooanlagen, Autobahnen, Puzzle, Twister...) , bei denen man ganz nebenbei seine verkürzten Sehnen und Muskeln dehnt. Oder die Einkäufe, die in der Regel gut in die Arme gehen, da man ja nur schnell ein paar Dinge holen wollte und am Ende wird die kleine Einkaufstasche doch wieder recht schwer.
    Und jetzt da sie größer sind, legt sich der Fokus auch wieder auf das Wohlbefinden der Mutter und sie kann sich auch mal wieder um gesunde Ernährung und Körperwahrnehmung kümmern. 
    So kann man alles positiv sehen. Ich war schon immer der Meinung, wenn man Mutter von kleineren Kindern ist, mit Haus und Arbeit, dann benötigt man keine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. ;-)

    Liebe Grüße
    Marit

* Die mit einem Stern * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an widerrufen.

Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Kommentar senden
Peter Flühr

Hallo,

ich bin Peter Flühr, seit mehr als 20 Jahren Coach und Trainer.

Viele Fach- und Führungskräfte erleben ihren beruflichen Alltag vor allem als Kampf.

In meinen Seminaren und Trainings zeige ich, wie man jeden Tag aufs Neue in diesem Ring besteht – mit einer Kombination aus mentalen Methoden und gezielter Bewegung.

In meinem Blog greife ich Themen auf, die viele aus ihrem Alltag kennen und gebe einfache Tipps, wie sie sich verbessern oder lösen lassen.

Viel Spaß beim Lesen!