08. Oktober 2019 – Stressbewältigung »Der Blog aus dem Ring« Führungskräfte - bitte auftauchen

 

In den ersten Lebensjahren bringen wir regelmäßig den Mut auf, etwas zu tun, was wir vorher noch nie getan haben: Auf zwei Beinen gehen, vor Menschen sprechen, in der Öffentlichkeit tanzen, zu der eigenen Meinung stehen, Menschen vertrauen.

Leider hören wir irgendwann damit auf.

Das hat Konsequenzen auf unsere Lebenskraft. Führungskräfte sind hier Vorbild und tragen deshalb eine ganz besondere Verantwortung für ihre Mitarbeiter*innen. 

Wie sieht es aktuell aus? Wir fahren stets denselben Weg zu Arbeit, sitzen in sinnlosen Meetings und formulieren in unseren Selbstgesprächen die immer gleichen Gedanken. Unsere Lebens-Langspielplatte hängt. Erfrischende Überraschungsmomente, erfreuliche Wendungen? Fehlanzeige! Der ursprünglich in uns wohnende Gestaltungsdrang hat sich Stück für Stück in Luft aufgelöst. 

Viel zu viele Führungskräfte sind erschöpft. 

Sie befinden sich im roten Quadranten rechts unten und sind angespannt und müde, statt gelassen und wach. Das wirkt sich natürlich auch auf das eigene Team aus.

Die Energie- und Anspannungsmatrix von Robert Thayer (© Peter Flühr)

Je angestrengter sie nun die Leistung von ihren Mitarbeitern einfordern, desto passiv-getriebener agieren diese im Anschluss. Ähnlich wenig hilft eine stramme Ansprache des Vorstands, eine Stunde DesignThinking oder ein bunter Co-Working-Space.

Als Führungskraft Vorbild sein

Wer mit seinem Team wirklich etwas bewegen will, muss dafür sorgen, dass die Einzelnen große Teile des Tages in einem brillanten Zustand verbringen, dem linken oberen Quadranten - der entspannten Energie. Doch das schaffen leider nur sehr wenige. Sie befinden sich rechts oben, in der angespannten Energie, auch Erbsenzähler-Modus genannt.

Also, bitte kurz auftauchen! So kann es in 5 Schritten nach links oben gehen!

Übernehmen Sie selbst Verantwortung und setzen ein Zeichen. Bauen Sie als Führungskraft nach jeweils 90 Minuten Arbeit folgende kurze Übung ein: 
1. Blicken Sie auf die Energie- und Anspannungsmatrix und beantworten die drei Fragen:
2. „Wo auf dieser Matrix befinde ich mich gerade?“
3. „Wo will ich hin?
4. „Welche Maßnahme ergreife ich sofort, um dorthin zu gelangen?“
5. Tun Sie es!

Auf nach links oben! (© Peter Flühr)

Kraftvolle Signale setzen  

Ich möchte Sie hier auf die kleinen Dinge im Alltag aufmerksam machen, die Ihre eigene Verfassung positiv verändern können und damit eine Signalwirkung im Team entfalten werden.

A. Telefonate, bei denen Sie nicht mitschreiben müssen, im nahe gelegenen Park führen und das auch den Mitarbeitern erlauben.
B. Sich mit internen und externen Kunden auch mal im Café treffen, anstatt sich nur zu mailen und das auch den Mitarbeitern erlauben.
C. Auf die Frage, ob Sie mal kurz Zeit haben, wenn Sie gerade keine haben, nein sagen und das auch Ihren Mitarbeitern erlauben.
Ich bin gespannt zu erfahren, welche Maßnahmen Sie bzw. Ihre Führungskräfte ergreifen. 

Mit Grüßen aus dem Ring des Alltags

Peter Flühr

Bildnachweis Titelbild: © JacquelineSouthby

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Peter Flühr

Hallo,

ich bin Peter Flühr, seit mehr als 20 Jahren Coach und Trainer.

Viele Fach- und Führungskräfte erleben ihren beruflichen Alltag vor allem als Kampf.

In meinen Seminaren und Trainings zeige ich, wie man jeden Tag aufs Neue in diesem Ring besteht – mit einer Kombination aus mentalen Methoden und gezielter Bewegung.

In meinem Blog greife ich Themen auf, die viele aus ihrem Alltag kennen und gebe einfache Tipps, wie sie sich verbessern oder lösen lassen.

Viel Spaß beim Lesen!