24. April 2017 – Stressbewältigung »Der Blog aus dem Ring« Digitaler Burnout - Was Fitness-Apps so gefährlich macht!

 

Wie oft schauen Sie während des Tages und des Trainings auf Ihre 'Smartwatch'? Wie viele Schritte sind Sie heute schon gegangen? 5000! Das reicht doch nicht. Wie viele Kalorien haben Sie heute schon zusätzlich verbrannt? 150! Lächerlich! Der Blick auf die Smartwatch legt unsere tägliche Leistungsbilanz schonungslos offen und erlaubt uns über die Cloud auch noch einen unmittelbaren Vergleich mit unseren Freunden in Sachen "Fitness" anzustellen.

Selbst Entspannung kann zum Wettkampf ausarten


Sogar die Fähigkeit schnellstmöglich zu regenerieren kann zum gegenseitigen Wettentspannen ausarten. Wie? Ganz einfach mit dem Austausch folgender Messdaten: „Wer ist schneller wieder bei seinem Ruhepuls angekommen?“

Die Kunst: Kontrolle und Freiheit zu balancieren 

Dieser Wettkampf ist verständlich, denn die eigene Fitness ist für viele Führungskräfte und Unternehmer/innen die Grundlage Ihres Erfolgs. Doch die digitale Kontrolle schadet mittel- und langfristig oft mehr als sie nutzt!

Was für ein Stress - dieses Online-Gesundheitsprojekt

Wer einmal mit dem Messen, Hochladen, Archivieren und Optimieren begonnen hat, kommt nicht so einfach wieder raus aus dem digitalen Hamsterrad der zertifizierten Fitness und Leistungsschau. Aus einer anfänglich motivierenden Tätigkeit, wird ein Zwang, der der eigenen Gesundheit und Souveränität mehr schadet als nützt.

Generell sind Wearables mit Biofeedback eine sehr hilfreiche Erfindung

Die gute Nachricht: Diese mobilen Analysegeräte ermöglichen es uns, mithilfe der eingebauten Herzfrequenztechnik, den Bewegungs- und Lagesensoren, einen objektiven Eindruck von unserer eigenen aktuellen Verfassung zu bekommen. Wer jedoch zu viel auf das eigene Handgelenk starrt, dem droht paradoxerweise den Kontakt zu dem eigenen Körper zu verlieren. Uns schwirrt dann vor lauter Fitnessdaten der Kopf und wir drücken im Zweifelsfall eher aufs 'Gas', um neue Bestleistungen zu erzielen. Was dabei auf der Strecke bleibt, das ist unsere Eigenwahrnehmung.

Die Balance von Selbstwahrnehmung und digitaler Messung lässt uns rund laufen

Ich empfehle Ihnen deswegen sich für eine möglichst ausgewogene Balance von digitaler Diagnostik und körpereigenem Gespür zu entscheiden. Schätzen Sie 1 – 2 mal pro Woche Ihren Ruhe- und Belastungspuls, unmittelbar vor der tatsächlichen Messung und verzichten Sie den Rest der Woche auf diese Messfunktion. Das hält das Interesse wach, schützt Sie vor einem digitalen Burnout, macht Spaß und schult gleichzeitig Ihre Sinne bzw. Selbsteinschätzung.

Der Draht zu uns selbst gibt echtes Selbstvertrauen

Wenn Sie über eine sogenannte Gesundheits-App und die entsprechende Uhr verfügen, dann fangen Sie doch gleich mal damit an. Erst den Puls schätzen und dann messen. Wenn nicht, dann reicht auch das Schätzen. Denn diese Tätigkeit, achtsam ausgeführt, verbessert sofort den Draht zum eigenen Körper und damit auch unser Selbstvertrauen.  Doch bitte nur 1 - 2 mal in der Woche ;-).

Mit Grüßen aus dem Ring.
Peter Flühr

Bildnachweis Titelbild: © filadendron

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Peter Flühr

Hallo,

ich bin Peter Flühr, seit mehr als 20 Jahren Coach und Trainer.

Viele Fach- und Führungskräfte erleben ihren beruflichen Alltag vor allem als Kampf.

In meinen Seminaren und Trainings zeige ich, wie man jeden Tag aufs Neue in diesem Ring besteht – mit einer Kombination aus mentalen Methoden und gezielter Bewegung.

In meinem Blog greife ich Themen auf, die viele aus ihrem Alltag kennen und gebe einfache Tipps, wie sie sich verbessern oder lösen lassen.

Viel Spaß beim Lesen!