25. November 2018 – Stressbewältigung »Der Blog aus dem Ring« Change - tu's mit Blues

 

In der Musikszene kursiert ein Witz, der den stereotypen Textverlauf von Blues-Songs auf die Schippe nimmt: „Was passiert, wenn Du den Blues rückwärts spielst? Du kommst aus dem Knast, gewinnst Dein Haus, Deinen Job und Deine Frau zurück!“

"Könnten wir den Changeprozess doch nur wieder rückgängig machen!"

Denselben Richtungswechsel wünschen sich nämlich auch viele Menschen, die sich mitten in einem schmerzhaften Changeprojekt befinden. Sie hätten gerne die gewohnten Strukturen und damit verbundenen Sicherheiten zurück. Selbst wenn sie unter den alten Rahmenbedingungen gelitten haben. 

Doch halt, Unwohlsein kann sehr heilsam sein.

Hier kommt die Blues-Musik von John Lee Hooker, Lightnin‘ Hopkins und Nina Simone ins Spiel, die sich zwar stets um Verluste dreht, und gerade deswegen eine zuverlässige Kraftgeberin in Veränderungsphasen für mich geworden ist.
Dass diese Musikrichtung auch für andere stressgeplagte Menschen in Changeprojekten eine wertvolle Ressource sein kann, wurde mir auf meiner letzten Großveranstaltung klar. 

Wenn die Menschen einheitlich am Rädchen drehen

Samstagmorgen. Über 200 Personen, darunter auch ich, die zwischen Vorträgen und Workshops hin und her laufen, sind dabei. Am Mittag stehe ich dann mit einem belegten Brot an einem Bistro-Tisch und mir fällt plötzlich auf, dass alle Akteure am Rädchen drehen - und zwar alle in dieselbe Richtung. Selbst hier in der Mittagspause vollführen alle Sprecher*innen mit ihren Hände einen Finger-Vorwärtssalto nach dem anderen, als seien alle anderen Arten zu gestikulieren strikt verboten. 

Wer denkt noch an das Durchschnaufen und Krafttanken?

Die umgekehrte Art sich mitzuteilen und fortzubewegen fehlt komplett. Doch genau diese Gegendrehung ist es, die uns Menschen dabei hilft, durchzuatmen und aufzutanken. Hier kommt nun wieder der Blues ins Spiel. Wer ihn hört, wird akustisch förmlich eingeladen, diese vernachlässigte Art der Körpersprache zu wählen. Positiver Nebeneffekt: Eine vertiefte Atmung und ruhigerer Gedankenfluss. 

Change - Tu's im Blues (© IStock - Victor Byvshes)

Ich sehe mir dieses Vorwärtssalto-Spektakel der Hände noch einige Zeit an und beschließe, auf dem nächsten Changekongress einen Workshop zum sinnvollen Wechsel von Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen in Changevorhaben zu machen. Denn die aufeinander abgestimmte Kombination dieser Kommunikations- und Gangarten ist es, die Menschen langfristig leistungsfähig sein lässt. Praktische Übungsanleitungen dazu finden Sie im ProjektMagazin-Blog vom 30.11.2018.

Change Camp -  Real Case Workouts

Am 3. Dezember 2018 ist es soweit. Unter dem Titel ‚New Change – Das Auftauchen einer neuen Bewegungswelt‘ werden wir in Unterschleißheim auf dem Change Camp - Real Case Workouts mit neuen, kraftvollen Bewegungsmöglichkeiten experimentieren. Bluesrhythmen werden selbstverständlich auch mit am Start sein!

Mit Grüßen aus dem Ring des Alltags

Peter Flühr

Bildnachweis Titelbild: © I-Stock - Victor Byvshev

Kommentare

  • Jörg Hildenbrand 26. November. 2018, 16:15

    Lieber Peter,
    ein Text der zum Schmunzeln einlädt und sofort für Zustimmung sorgt.
    Beste Grüße
    Jörg H.

  • Peter Flühr 26. November. 2018, 16:40

    Hallo Jörg,
    Danke für Deine Resonanz. Wenn er das leistet, hat sich die Zeit des Schreibens schon gelohnt!
    Grüße und gute Zeit im 'Groove'
    Peter

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Peter Flühr

Hallo,

ich bin Peter Flühr, seit mehr als 20 Jahren Coach und Trainer.

Viele Fach- und Führungskräfte erleben ihren beruflichen Alltag vor allem als Kampf.

In meinen Seminaren und Trainings zeige ich, wie man jeden Tag aufs Neue in diesem Ring besteht – mit einer Kombination aus mentalen Methoden und gezielter Bewegung.

In meinem Blog greife ich Themen auf, die viele aus ihrem Alltag kennen und gebe einfache Tipps, wie sie sich verbessern oder lösen lassen.

Viel Spaß beim Lesen!